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Handy von der Polizei beschlagnahmt – was jetzt?

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Die Polizei hat Ihr Handy, Ihren Computer oder andere elektronische Geräte sichergestellt oder beschlagnahmt?

Dann befinden sich möglicherweise große Teile Ihres persönlichen und digitalen Lebens in den Händen der Ermittlungsbehörden.

Gerade im Sexualstrafrecht können Smartphones und Computer eine zentrale Rolle spielen. Ausgewertet werden können je nach Tatvorwurf beispielsweise Nachrichten, Fotos, Videos, Messenger-Daten, Benutzerkonten, Dateien oder andere digitale Spuren.

Deshalb gilt zunächst:

Machen Sie keine vorschnellen Angaben zu Geräten, Dateien, Accounts, PINs oder dem Tatvorwurf. Löschen oder verändern Sie keine Daten auf anderen Geräten oder in der Cloud.

Die Strafverteidiger von Menz & Partner beraten und verteidigen Beschuldigte bei der Beschlagnahme und Auswertung digitaler Geräte. Zu unserem Team gehören mehrere Fachanwälte für Strafrecht.


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Handy beschlagnahmt: Die wichtigsten Schritte

  • 1. Keine Angaben zu Gerät und Inhalt machen

    Erklären Sie nicht spontan,


    • wem das Gerät gehört,
    • wer es regelmäßig benutzt,
    • welche Accounts darauf eingerichtet sind,
    • welche Messenger Sie verwenden,
    • warum bestimmte Dateien vorhanden sind,
    • wer Zugang zu dem Gerät hat,
    • welche Nachrichten geschrieben wurden,
    • woher Fotos oder Videos stammen.

    Gerade solche Angaben können später dazu dienen, digitale Daten einer bestimmten Person zuzuordnen.

  • 2. PIN und Passwort nicht unüberlegt mitteilen

    Geben Sie PIN, Passwort oder sonstige Zugangsdaten nicht spontan heraus.

    Die rechtliche Situation bei der Entsperrung elektronischer Geräte ist differenziert und sollte im Einzelfall geprüft werden.

    Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen der Mitteilung eines im Gedächtnis vorhandenen Passworts oder einer PIN und einer möglichen biometrischen Entsperrung durch Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

    Hierzu sollten Sie sich vor einer freiwilligen Mitwirkung beraten lassen.

  • 3. Keine Daten auf anderen Geräten löschen

    Löschen Sie nach einer Beschlagnahme insbesondere keine

    • Chats,
    • Dateien,
    • Fotos,
    • Videos,
    • E-Mails,
    • Cloud-Daten,
    • Accounts,
    • Backups.

    Verändern Sie mögliche Beweismittel nicht.

    Auch Daten, die Ihnen zunächst unwichtig erscheinen, können später für die Verteidigung relevant sein.

  • 4. Unterlagen aufbewahren

    Sichern Sie insbesondere:


    • Durchsuchungsbeschluss,
    • Sicherstellungs- oder Beschlagnahmeverzeichnis,
    • Bescheinigungen der Polizei,
    • Aktenzeichen,
    • Kontaktdaten der zuständigen Polizeidienststelle.
  • 5. Strafverteidiger einschalten

    Nach Mandatierung kann geprüft werden,


    • weshalb das Gerät mitgenommen wurde,
    • welche Daten gesucht werden,
    • welche Rechtsgrundlage zugrunde liegt,
    • ob die weitere Beschlagnahme verhältnismäßig ist,
    • wann eine Herausgabe verlangt werden kann,
    • welche Erkenntnisse sich bereits in der Ermittlungsakte befinden.
Rechtsanwältin Sarah Einsiedler

Sicherstellung oder Beschlagnahme – was ist der Unterschied?


Im allgemeinen Sprachgebrauch wird häufig einfach davon gesprochen, dass die Polizei ein Handy „beschlagnahmt“ hat.

Strafprozessual ist jedoch zu unterscheiden.

Nach § 94 StPO können Gegenstände, die für die Untersuchung als Beweismittel von Bedeutung sein können, sichergestellt werden.

Wird ein Gegenstand freiwillig herausgegeben, handelt es sich regelmäßig um eine Sicherstellung.

Wird er dagegen gegen den Willen des Betroffenen sichergestellt, ist grundsätzlich eine Beschlagnahme erforderlich.

Diese Unterscheidung kann für das weitere rechtliche Vorgehen von Bedeutung sein.

Nach § 98 StPO kann der Betroffene unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine gerichtliche Entscheidung über die Beschlagnahme beantragen.

Polizeibeamter

Warum wird ein Smartphone beschlagnahmt?


Ein modernes Smartphone enthält häufig wesentlich mehr Informationen als klassische schriftliche Unterlagen.

Je nach Ermittlungsverfahren können beispielsweise relevant sein:

  • WhatsApp-Nachrichten,
  • Signal- oder Telegram-Chats,
  • SMS,
  • E-Mails,
  • Fotos und Videos,
  • Kontaktdaten,
  • Kalenderdaten,
  • Social-Media-Accounts,
  • Cloud-Daten,
  • gespeicherte Dokumente,
  • Browserdaten,
  • Standortinformationen,
  • Metadaten,
  • App-Daten.

Im Sexualstrafrecht können solche Daten sowohl belastende als auch entlastende Informationen enthalten.

Deshalb sollte die digitale Beweislage niemals nur anhand einzelner herausgegriffener Nachrichten oder Dateien beurteilt werden.

Laptop, Handy, Speicherkarten

Wichtige Fragen

Welche Rolle spielt das Handy im Sexualstrafrecht?


Die Bedeutung hängt stark vom Tatvorwurf ab.

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung

Bei Verfahren wegen Vergewaltigung, sexuellem Übergriff oder sexueller Nötigung können insbesondere Nachrichten vor und nach dem behaupteten Geschehen von Bedeutung sein.

Relevant können etwa sein:

  • Verabredungen,
  • Kommunikation über ein Treffen,
  • WhatsApp- oder Messenger-Verläufe,
  • Nachrichten unmittelbar nach dem behaupteten Tatgeschehen,
  • spätere Kontaktaufnahmen,
  • Fotos,
  • Standortdaten.

Diese Informationen müssen im Zusammenhang mit den übrigen Beweismitteln betrachtet werden.

Sicherheit vor Betrug Icons

Weitere wichtige Fragen

Was macht der Strafverteidiger nach der Beschlagnahme?

  • 1. Rechtsgrundlage prüfen

    Wir prüfen, weshalb das Gerät sichergestellt oder beschlagnahmt wurde und welchen Tatvorwurf das Verfahren betrifft.

  • 2. Akteneinsicht beantragen

    Entscheidend ist, welche konkreten Ermittlungen bereits durchgeführt wurden und welche Daten die Behörden suchen.

  • 3. Digitale Beweislage analysieren

    Je nach Verfahren prüfen wir insbesondere:

    • Nutzerzuordnung,
    • Accounts,
    • Nachrichten,
    • Dateien,
    • Zeitangaben,
    • Metadaten,
    • technische Ermittlungsansätze.
  • 4. Weitere Beschlagnahme prüfen

    Wir prüfen, ob und weshalb das physische Gerät weiterhin benötigt wird und welche Möglichkeiten bestehen, auf eine Herausgabe hinzuwirken.

  • 5. Verteidigungsstrategie festlegen

    Erst nach Kenntnis der Beweislage wird entschieden, ob eine Stellungnahme sinnvoll ist oder zunächst weiter geschwiegen wird.

Ein an der Wand hängendes Paar Boxhandschuhe.

Vorladung nach der Beschlagnahme erhalten?


Häufig folgt nach einer Hausdurchsuchung oder Beschlagnahme zusätzlich eine polizeiliche Vorladung.

Gehen Sie auch dann nicht unvorbereitet zu einer Beschuldigtenvernehmung.

Die Ermittlungsbehörden verfügen möglicherweise bereits über digitale Daten, deren Inhalt Sie selbst noch nicht kennen.

Eine spontane Aussage kann deshalb erhebliche strategische Nachteile mit sich bringen.



Aktuelle Rechtsprechung zur Dauer einer Smartphone-Beschlagnahme


Das Bundesverfassungsgericht hat sich 2025 mit der länger andauernden Beschlagnahme eines Smartphones beschäftigt.

Die Verfassungsbeschwerde wurde zwar aus formellen Gründen nicht zur Entscheidung angenommen. Das Gericht äußerte jedoch erhebliche Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der fortdauernden Beschlagnahme im konkreten Fall.

Es betonte insbesondere die große Bedeutung eines Smartphones für das tägliche Leben sowie den erheblichen Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung.

Im dortigen Fall hielt das Gericht eine schnelle Auswertung oder Spiegelung der relevanten Daten mit anschließender Rückgabe des Gerätes jedenfalls für eine ernsthaft zu prüfende Alternative.

Ob diese Überlegung auf ein anderes Strafverfahren übertragen werden kann, hängt allerdings von der Beweisbedeutung des Gerätes und dem jeweiligen Tatvorwurf ab.

Strafrecht Rechtsanwältin Sarah Einsiedler

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Handy oder Computer beschlagnahmt – jetzt Strafverteidiger kontaktieren


Die Beschlagnahme eines Smartphones oder Computers kann erhebliche Auswirkungen haben.

Im Strafverfahren ist jedoch nicht allein entscheidend, welche Daten auf einem Gerät vorhanden sind.

Entscheidend kann ebenso sein:

Woher stammen die Daten? Wer nutzte das Gerät? Welchem Account sind sie zugeordnet? Welche konkrete Handlung soll nachgewiesen werden? Und in welchem Zusammenhang stehen einzelne digitale Informationen mit der übrigen Beweislage?

Machen Sie deshalb keine vorschnellen Angaben zu Geräten, PINs, Accounts oder Dateien.

Die Strafverteidiger von Menz & Partner verteidigen Beschuldigte in Verfahren mit digitalen Beweismitteln insbesondere von unseren Standorten:

Memmingen · Kempten · Illertissen

sowie im weiteren süddeutschen Raum.





Häufige Fragen bei beschlag-nahmtem Handy